Auszüge aus unserem Konzept

Hinweis: Das Gesamtkonzept können Sie gerne in der Schule einsehen. Dieses enthält auch sämtliche Quellenverweise.

1.      Vorwort

Wir, die wir uns in der Arbeitsgruppe zur Gründung der Montessorischule Salzkotten zusammengefunden haben, haben unser Herz in das Projekt gegeben. Wir möchten durch die Montessorischule die Schullandschaft in Salzkotten bereichern.

Unser größtes gemeinsames Interesse gilt dem Kind, das gerne und motiviert zur Schule geht und im Verlauf seines eigenen individuellen Lernweges die Vielfalt der Welt entdeckt und zu einem selbstbewussten Menschen heranwächst.

Vor unseren inneren Augen sehen wir die Schule wachsen:

durch die Konzeptentwicklung, die uns eine Vorstellung vermittelt, wie die Kinder in der Schule lernen,

  • durch den Erwerb eines geeigneten Grundstückes, durch das die Schule eine Heimat bekommen hat,
  • durch die Bewerbungsgespräche mit Lehrerinnen, die uns eine Begeisterung für die Montessoripädagogik verdeutlicht haben,
  • durch den Montessori Schulvorbereitungskurs, der uns Kinder gezeigt hat, die gerne und motiviert lernen.

Mit der Schulgründung leben wir den Kindern vor, dass jeder Mensch ein Stück weit diese Welt mitgestalten kann. Wir wollen den Kindern mit unserem Engagement Vorbild sein. Wir wollen zeigen, dass es sich lohnt zu träumen, weil Träume in Erfüllung gehen können.

2.1      Die Montessorischule Salzkotten

Die Montessorischule Salzkotten ist eine Grundschule mit vier jahrgangsgemischten Klassen, in denen die Kinder gemäß den Prinzipien der Montessoripädagogik zusammen leben und lernen.

Eine jahrgangsgemischte Klasse ist eine organisatorische Einheit, der Räume, Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen zugeordnet sind. Als Jahrgang wird die Anzahl der Kinder verstanden, die zum gleichen Schuljahr eingeschult worden ist.

Die Jahrgangsmischung der Jahrgänge eins bis vier innerhalb eines Klassenverbandes und der Gedanke der Inklusion sind wesentliche Aspekte des pädagogischen Konzeptes der Montessorischule Salzkotten. [ ]

Die Richtlinien und die Lehrpläne des Landes NRW bilden die Grundlage für den Unterricht in der Montessorischule Salzkotten. Es gibt keine Abweichungen zur Verordnung über den Bildungsgang in der Grundschule (Ausbildungsordnung Grundschule – AO-GS) [ ]

2.3      Die Jahrgangsmischung und die Klassenstruktur

In jeder der jahrgangsgemischten Klassen lernen die Jahrgänge eins bis vier zusammen. Der Gedanke der Jahrgangsmischung wird geleitet durch das Verständnis, dass Kinder nicht nur durch Anregungen lernen, die von Erwachsenen ausgehen, sondern auch durch Anregungen, die sich Kinder untereinander geben. Die Erstklässler erhalten Hilfe von den älteren Schülern und Schülerinnen. Die sozialen Regeln werden ihnen vorgelebt und müssen nicht grundlegend neu erarbeitet werden. Im zweiten Jahr gehören sie selber zu den Größeren und helfen den Neuankömmlingen. Die „Älteren“ vertiefen und festigen ihre Kenntnisse und Fertigkeiten dadurch, dass sie sie den „Jüngeren“ erklären. [ ]

Die Jahrgangsmischung ermöglicht es den einzelnen Kindern, entsprechend ihrem eigenen Entwicklungsniveau zu arbeiten, ohne sich überfordert zu fühlen. Die Schüler und Schülerinnen profitieren aufgrund der erforderlichen parallelen Planung verschiedener Lernprozesse von einem besonders differenzierten und individualisierten Unterricht. [ ]

3       Pädagogische und organisatorische Schwerpunkte

3.1      Die Kooperation der Montessorischule Salzkotten mit Kindertagesstätten

Grundlage der Zusammenarbeit der Montessorischule Salzkotten mit den Kindertageseinrichtungen sind die bestehenden gesetzlichen Vorgaben:

a)      Mit dem Kinderbildungsgesetz, das 2008 in Kraft getreten ist, sind die Bemühungen für einen gelungen Übergang in die Schule gesetzlich festgeschrieben worden. In §14 wird die gemeinsame Verantwortung für die Zusammenarbeit beschrieben. Zu der Gestaltung des Übergangs gehören unter anderem gegenseitige Hospitationen und „eine kontinuierliche gegenseitige Information über die Bildungsinhalte, -methoden und -konzepte in beiden Institutionen“.

b)     Eine gesetzlich vorgeschriebene gemeinsame Informationsveranstaltung von Schule und Kindertagesstätten für Eltern, deren Kinder in zwei Jahren zur Schule gehen, ist Ausdruck eines veränderten Verständnisses der Zusammenarbeit.

c)      Der verpflichtende Sprachtest „Delphin 4“ für vierjährige Kinder wird in Kooperation von Schule und Kindertagesstätten in der Regel in den Räumen der Kindertagesstätten durchgeführt.

Aus der Konzeption der Kooperation der Montessorischule Salzkotten mit Kindertagesstätten resultieren folgende positive Auswirkungen:

  • Der Übergang von Tageseinrichtung für Kinder zur Grundschule wird erfolgreich gestaltet. Durch die unterschiedlichen Möglichkeiten (Projektarbeit, AGs, regelmäßiger Schulbesuch) die Schule, die Räumlichkeiten, die Kinder, das Lernmaterial und die Lehrkräfte kennen zu lernen, verliert Schule die Ungewissheit und wird für die Kinder vorstellbar. Sie sind vertraut mit den Ritualen, den Lernformen und den Lernmethoden.
  • Die pädagogischen Teams von Schule und Tageseinrichtung lernen sich in ihrem pädagogischen Selbstverständnis, in ihrem Bildungsverständnis und in ihren pädagogischen Sichtweisen kennen.
  • Die Schulkinder erleben sich als Lernhelfer den jüngeren Kindern gegenüber und stärken so ihr Selbstwertgefühl. Sie vertiefen ihre Kenntnisse und Fertigkeiten dadurch, dass sie sie den Tagesstättenkindern erklären. Es werden soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme und Verantwortung eingeübt.
  • Die Lehrkräfte lernen frühzeitig die Kinder kennen und beraten die Eltern bezüglich des Bildungsweges der Kinder.

3.2      Inklusion eine Pädagogik der Vielfalt

In der Bundesrepublik Deutschland ist am 01.01.2009 die „Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ in Kraft getreten, die am 13.12.2006 von der UN Vollversammlung beschlossen worden ist.

Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich, ein inklusives Bildungssystem einzuführen.

Die einzelnen Bundesländer haben sich auf den Weg gemacht, die UN-Konvention umzusetzen und entsprechend das Bildungssystem zu verändern. [ ]

Im Sinne der Inklusion will die Montessorischule Salzkotten eine Schule für alle Schülerinnen und Schüler sein. Die Einzigartigkeit und die Unterschiedlichkeit jedes einzelnen Kindes ist Grundlage der jahrgangsgemischten Klassen. Der pädagogische Schwerpunkt kann mit Pädagogik der Vielfalt oder mit Inklusion bezeichnet werden.

Die Entwicklung des pädagogischen Konzepts der Inklusion und die praktische Umsetzung sind von öffentlichem Interesse. Durch den pädagogischen Alltag der Montessorischule Salzkotten werden Erfahrungen bezüglich des Konzeptes der Inklusion gesammelt. [ ]

In den „Richtlinien und Lehrplänen Grundschule NRW“ beschreibt das Kapitel „Vielfalt als Chance und Herausforderung“ den Anspruch die Vielfalt „durch eine umfassende und differenzierte Bildungs- und Erziehungsarbeit für das gemeinsame Lernen der Kinder zu nutzen“.
Ganztagsschule und Angebote der Offenen Ganztagsschule

In der Montessorischule Salzkotten haben die verbindlichen Unterrichts-angebote folgenden Zeitumfang:

Montag und Freitag von 8 Uhr bis 14 Uhr,

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 8 Uhr bis 15 Uhr.

Der Zeitumfang der verbindlichen Unterrichtsangebote entspricht den Vorgaben einer gebundenen Ganztagsschule.

Ziele der Montessorischule Salzkotten in der Organisation als Ganztagsschule sind:

  • verbesserte Bildungs- und Abschlusschancen durch individuelle Förderung,
  • Ausgleich von Benachteiligung,
  • Förderung der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familienarbeit
  • Eine sinnvoll rhythmisierte Verteilung von Lernzeiten auf den Vormittag und Nachmittag
  • Stärkung der Persönlichkeitsbildung.

Ein entsprechendes Ganztageskonzept wird in der Schulkonferenz beschlossen.

Im Anschluss an die allgemeine verbindliche Unterrichtszeit beginnt die Betreuung durch die Offene Ganztagsschule, die bis 16 Uhr dauert.
4.      Schulrechtliche Rahmenbedingungen

4.1      Umsetzung der Richtlinien und Lehrpläne

Die Montessorischule Salzkotten fühlt sich den Richtlinien und den Lehrplänen des Landes Nordrhein – Westfalens verpflichtet. [ ]
4.2      Aufnahmekriterien

Die Montessorischule Salzkotten fühlt sich dem Gedanken der Inklusion verpflichtet. Grundlegender Gedanke eines inklusiven Bildungssystems ist die wohnortnahe Einschulung. Nur so wird die Struktur des Sozialraums in der Schule abgebildet (vgl. Kapitel 3.2 „Inklusion – eine Pädagogik der Vielfalt“).

An diesem Kriterium orientieren sich die Aufnahmekriterien, die den Kriterien über die „Aufnahme in die Grundschule“ § 1 der Ausbildungsordnung Grundschule entsprechen.

Der Schulträger entscheidet unter Mitwirkung der Schulleitung über die Aufnahme der Kinder:

  • Bei der Aufnahme eines Kindes ist die Entfernung zur Schule ausschlaggebendes Kriterium. Angestrebt wird ein fußläufiger Schulweg.
  • Geschwisterkinder werden in der Regel aufgenommen, wenn keine schwerwiegenden Gründe einer Aufnahme entgegenstehen.

Im Übrigen werden folgende Kriterien für eine Aufnahmeentscheidung hinzugezogen:

  • ausgewogenes Verhältnis von Mädchen und Jungen,
  • Erhalt von Spielfreundschaften,
  • Identifikation der Eltern mit dem Montessorikonzept,
  • Teilnahme an dem Schulvorbereitungskurs der Montessorischule.

Grundsätzlich können alle Kinder in der Montessorischule Salzkotten angemeldet werden. Es gibt kein Ausschlusskriterium. [ ]

4.3      Einschulungszeiträume und Aufnahmekriterien

In Nordrhein Westfalen kann der Antrag auf vorzeitige Einschulung unabhängig vom Alter des Kindes gestellt werden. §35(2) NRW – Schulgesetz beschreibt das Verfahren, das bei einer vorzeitigen Einschulung beschritten wird. Nach einem entsprechenden Antrag der Eltern entscheidet die Schulleiterin bzw. der Schulleiter unter Berücksichtigung eines schulärztlichen Gutachtens  inwieweit die körperlichen und geistigen Vorraussetzungen für eine vorzeitige Einschulung vorliegen und das soziale Verhalten ausreichend entwickelt ist. [ ]

4.4    Leistungsdokumentation und Leistungsbewertung

Im Mittelpunkt der Montessori Pädagogik steht die individuelle Entwicklung des Kindes. Dieses pädagogische Ziel hat Vorrang vor dem Vergleich in der Gruppe und der Klasse und begründet die Form von Leistungsdokumen-tation und Leistungsbewertung. Dieses Verständnis entspricht den grundlegenden Ideen, die in den Richtlinien und Lehrplänen in dem Kapitel „Leistung fördern und bewerten“ vorangestellt werden. Hier wird von einem „produktiven Umgang mit der eigenen Leistungsfähigkeit“, von einem Leistungsverständnis, „das Leistungsanforderungen mit individueller Förderung verbindet“, gesprochen.

Die Montessorischule Salzkotten orientiert sich in der Frage von Leistungsbewertung, Leistungsdokumentationen und der Erstellung von Zeugnissen an dem Konzept „Leistungsmessung und Leistungsbeurteilung für die Montessori-Schule Bonn“ Stand 07.02.2010, das in dem Schulversuch „Selbständige Schule“ entwickelt worden ist.

Leistungsfeststellung, Leistungsbewertung und ihre Dokumentation

Grundlage für die Leistungsmessung und Leistungsbewertung sind die drei Bausteine des Unterrichts an der Montessorischule Salzkotten: Prozesse, Produkte und Präsentationen.

Diese verlangen unterschiedliche Arten der Bewertung:

  • Prozessbewertung: z.B. Lernverhalten und Gruppenprozesse
  • Produktbewertung: z.B. alle schriftlichen Produkte, Klassenarbeiten, Tests
  • Präsentationsbewertung: z.B. Referate, Gruppenpräsentation [ ]

Zeugnisse werden wie folgt für die einzelnen Schuljahre, bzw. Schulhalbjahre (laut AO-GS) erstellt:

  • Im laufenden 1. Schuljahr werden überhaupt keine Noten erteilt, eine schriftliche Beurteilung erfolgt am Ende des Schuljahres.
  • Im laufenden 2. Schuljahr werden keine Noten erteilt, eine schriftliche Beurteilung erfolgt im Zeugnis am Ende des Schuljahres.
  • Im Zeugnis des 3. Schuljahr werden am Ende jeden Halbjahres sowohl das Arbeits-und Sozialverhalten als auch die einzelnen Fächer schriftlich beurteilt. Zusätzlich erhalten die SchülerInnen Noten in den Fächern.
  • Im 4. Schuljahr enthält das Zeugnis zum 1. Halbjahr Noten in allen Fächern sowie die begründete Empfehlung für den Besuch der weiterführenden Schule. Im 2. Halbjahr erhalten die SchülerInnen ein Notenzeugnis. Das Arbeits- und Sozialverhalten wird in beiden Halbjahren nicht abschließend dokumentiert.

4.5      Der Übergang zu einer weiterführenden Schule

Der Übergang in die weiterführenden Schulen ist für die Schüler und Schülerinnen ein wichtiges Ereignis.

Die Montessorischule Salzkotten spricht zum Halbjahreszeugnis der vierten Klasse eine Empfehlung über die weiterführende Schule aus. Durch die über die ganze Schulzeit regelmäßig durchgeführten Elterngespräche wird die Empfehlung transparent und nachvollziehbar.

Durch die Orientierung an den Kompetenzerwartungen der Lehrpläne und Richtlinien des Landes NRW ist gewährleistet, dass die Schüler und Schülerinnen die notwendigen Kompetenzen entsprechend der ausgesprochenen Empfehlung erworben haben.

Insbesondere die übergreifenden Kompetenzen, wie sie unter Punkt 4.1 „Umsetzung der Richtlinien und Lehrpläne“ beschrieben werden, werden in der Montessorischule Salzkotten gut entwickelt. Zu den Kompetenzen gehören zum Beispiel das Analysieren und Reflektieren oder das Transferieren und Anwenden. Diese Kompetenzen werden in der Montessoripädagogik besonders gefördert. [ ]

Hinweis: Das Gesamtkonzept können Sie gerne in der Schule einsehen. Dieses enthält auch sämtliche Quellenverweise.